Noch immer auf dem Weg zum Guru...

Neujahrstango

Freitag, 1. Januar 2010

Freitags-Neujahrsmilonga. Bislang die kleinste Besucherzahl meiner bisherigen Milongas. Sind vermutlich alle vom Silvester noch gezeichnet. Dazu noch Männerüberschuss. Immerhin erhielt ich keine Morddrohungen, obwohl ich "Happy new year" von Abba als Cortina verwendet habe.

"Dieses Lied von Narcotango klang aber seltsam", meinte dann noch ein Tänzer. "Das könnte daran liegen, dass es nicht Narcotango, sondern Troilo war", antwortete ich mit dem nebensächlichsten Tonfall, den ich überhaupt kenne. Aber er gab nicht auf: "Nein, das war schon von Narcotango. Klang nur seltsam", insistierte er. "Hm, ja. Liegt wohl an meinen Lautsprecherkabeln", meinte ich daraufhin grinsend. Werde mir das als indirekte Korbmethode patentieren lassen...

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Kommentar von Cassiel

Auf diesem Wege nur ganz schnell: Alles Gute für Dich und Deine Milonga 2010.

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Sonntags-Biathlon

Sonntag, 3. Januar 2010

Zum Nachmittag ins TangoCita im Clarahofweg. Viel Volk, viele Paare, ziemlich viele Männer. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten kam ich dennoch zu vielen schönen Tänzen. Auch die Musikmischung von Marie-Antonine steigerte meine Lust am Tanzen. Nur...gleich drei Cumparsitas zum Schluss (plus den obligaten Berner Mundart-Rock) war dann doch irgendwie etwas zuviel des Guten...

Nach einer kurzen Dusche gleich weiter in die Mitte: Nur etwas mehr als zwei Stunden lang kräftig Salsa getanzt, dafür praktisch nonstop. Hat extrem Spass gemacht. Hinterher totmüde ins Bett gesunken.

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Kommentar von Elbnymphe

Hallo Patrick, erst einmal ein gutes Neues Jahr - Du scheinst ja eher hinübergetanzt als -gerutscht zu sein.

Was ich Dich schon einmal gaaanz lange fragen wollte: Was hat es eigentlich mit diesen Mittagsmilongas auf sich? Ich habe davon hierzulande noch nie gehört. Ist mein Halbmillionendorf vielleicht zu klein für derlei frivole Vergnügungen? Und welche Art von Publikum trifft man dort? Menschen mit freier Arbeitszeiteinteilung wie Dich selbst, oder auch Banker im Anzug, die ihre Mittagspause kreativ verbringen wollen? Ich wundere mich jedes Mal, wenn ich bei Dir darüber lese. Liebe Grüße.

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Antwort von Patrick

Böse Zungen haben für diese Art der Veranstaltung schon das Wort "Hausfrauenmilonga" benutzt. Ich schätze mal, etwa die Hälfte der Besucher hier am Mittwoch macht einfach eine verlängerte Mittagspause am Arbeitsplatz, die andere Hälfte sind Frei- und Hausberufler. Damit das funktioniert, braucht es auch genügend Büroarbeitsplätze im nahen Umkreis -- hier hat Basel mit einer überschaubaren Innerstadt den grossen Millionenstädten vielleicht etwas voraus. Andererseits denke ich, das Konzept könnte auch in Hamburg oder Freiburg funktionieren, wenn ein Veranstalter das mal mindestens ein Jahr lang durchzieht.

Persönlich schätze ich die spezielle Stimmung an einer solchen Milonga sehr. Auch im Winter findet sie bei Tageslicht statt, man hat hinterher noch Pläne für den Tag und tanzunwillige Frauen können sich simpel hinter einem Sandwich verstecken. Sozusagen eine Mischung aus Kantine und Fitnessclub. Und für viele Frühaufsteher, die sich spätestens um neun Uhr Abends nach dem Pyjama sehnen, ist es wohl die einzige Möglichkeit, eine Milonga ausgiebig zu geniessen.

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Er singt, er tanzt, aber er folgt nicht...

Mittwoch, 6. Januar 2010

Mittagsmilonga im Clarahof. Draussen rieselt der Schnee, was den Besucherandrang heute offenbar etwas gebremst hat. Dennoch einige schöne Tänze, und ich lasse mich auch mal wieder genüsslich während ein paar Lieder führen. Meine Achse ist noch ziemlich...wackelig. Und ich muss mir endlich abgewöhnen, beim Folgen dauernd auch noch meine eigene Musikinterpretation einzubauen. Und bei Drehungen nicht wegzudüsen. Neuer Cabeceorekord über geschätzte 18 Meter. Und eine Frau, die mir beim Tanzen ins Ohr summte und mir das Singen explizit genehmigte. Normalerweise wache ich in diesen Momenten auf, aber diesmal schien es der Realität zu entsprechen.

Abends dann erster Mittwochskurs im neuen Jahr: Wir wiederholen die gesamten Abläufe und Figuren des vergangenen Kurszyklus. Schritte, Gewichtswechsel, Kreuz, Drehungen und wilde Ganchos. Ich bin erstaunt, wieviel davon tatsächlich hängengeblieben ist. Inzwischen setze ich auch auf Milongas regelmässig Sacadas und Vorwärtsochos in der geschlossenen Umarmung ein, und es funktioniert meistens ganz gut. Bei vielen Drehungen allerdings macht mir noch immer viel zu oft meine Balance einen Strich durch die Rechnung. Und kann er doch nicht singen, so doch vielleicht bald einmal tanzen...

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Führen und Folgen trotz Schnee

Freitag, 8. Januar 2010

Freitagsmilonga. Draussen lagen gegen Abend doch ein paar Zentimeter Schnee, und ich hatte schon Angst, dass bei diesem Wetter niemand den Weg unter die Füsse nimmt. Glücklicherweise dachte ich falsch, die Garderobenständer kamen an ihre Grenzen. Und glücklicherweise habe ich meine Navigationslichter (sowas wie ein ILS-Gleitpfad für Piloten, eben um die Besucher durch den dunklen Durchgang ins Hinterhaus zu locken) von Kerze auf elektrisch umgestellt. Jetzt leuchtets auch bei Wind, Schnee und Kälte.

Ganz minim zuwenig Männer, aber so kam ich auch mal wieder zum Tanzen. Und zum Folgen. Giros sind spannend: So simpel die Schritte, so schwierig zu spüren, wie schnell und wie weit man laufen darf. Als Mann ist es mir noch immer ein grosses Rätsel, wie man geschlossen Drehungen mit oder ohne Verdoppelung deutlich führt, auch wenn ich theoretisch weiss, wie ich mit dem Oberkörper öffnen oder blocken kann. Als Folgender muss ich feststellen, dass es rasch passiert, dass man der Führung davondüst. Oder ewig braucht, bis man den Richtungswechsel kapiert. Ach ja, und sich auf andere Führende einzustellen braucht auch so seine Zeit.

Dann noch im weltweiten Tangopartnersuchweb gesehen:

"Leider hat mein bisheriger Tangopartner das Interesse am Tanz verloren. Der Kurs läuft schon seit 3 Monaten. Falls du den Grundschritt kennst, kannst du aber jederzeit einsteigen".

Drei Sätze, die Bände sprechen...

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Kommentar von Elbnymphe

Hihi, das war jetzt aber ein kleines bißchen böse.

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Kommentar von Pipistrello

gib noch die Frequenz vom ILS durch, dann kommen alle Piloten!

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Falsche Privilegien

Sonntag, 10. Januar 2010

Sonntagsmilonga im Tanzpalast. Neu wird an der Bar bezahlt, und ein Schild macht darauf aufmerksam, dass alle bezahlen müssen. Alle. Ausser natürlich dem Papst, Obama und Gardel. Die drei dürfen gratis rein. Was immerhin den heutigen Männerüberschuss ganz gut erklärt.

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Kommentar von Elbnymphe

Der Männerüberschuß ist also damit zu erklären, daß die Milonga ein Treffen schizophrener Größenwahnsinniger war? ;-) Im Ernst, lese ich zwischen den Zeilen, daß es unüblich ist, daß Frauen bei Euch Eintritt zahlen?

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Antwort von Patrick

Es ist bloss üblich, dass wichtige Leute(tm) keinen Eintritt zahlen müssen, und offenbar dachte in der Vergangenheit so mancher, er sei wichtig. Zumindest deute ich so die Änderung. Bislang stand einfach eine Büchse am Eingang, und die wurde wohl zu oft übersehen. Jetzt werden die Regeln idiotensicher erklärt. Erinnerte mich an ein Strassenschild, das ich in den 90er Jahren in Manhattan gesehen habe:

No Parking. Not 5 minutes, not 2 minutes, not at all!

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Kommentar von Mikamou

Es sei Usus dass Milongaorganisatoren und Tanzlehrer den Obolus nicht erstatten müssen. Die Frauen waren wohl bei der Konkurrenzveranstaltung.

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Antwort von Patrick

Wäre das tatsächlich Usus, hätten sich die Milongas hier schon längst vervielfacht ;-)

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Kommentar von Monika

Mikamou, es ist Usus dass (argentinische oder sonstige) Lehrerpaare die auf Tour sind keinen Eintritt bezahlen. Aber die "lokale Prominenz" zahlt selbstverständlich, ausser sie wird ausdrücklich eingeladen, an diesem Abend...

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Österliche Weihen für das Blog

Montag, 11. Januar 2010

So ein Tangoblogger-Dasein ist ja relativ unspektakulär. Meistens. Bis heute morgen das Programm zur diesjährigen Ostertango-Eröffnung reinflatterte: "Donnerstag-Eröffnungsmilonga 'Tangoblog' Basel-Buenos Aires-Basel". Upps. Jetzt fragen mich in den nächsten Tagen sicher alle, was da passieren wird. Die Antwort ist einfach: Ich hab keinen Schimmer. Aber ich glaub, das werden wilde Ostern.

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Kommentar von Joachim

Tja, das kommt davon, wenn man sich nicht rechtzeitig ein paar Coca-Cola Anwälte organisiert und die Blogadresse als teures, schützenswertes Warenzeichen reservieren, äh, schützen lässt. Selbst schuld.

Andrerseits wären dann soviel Lizenzgebühren aufgelaufen über die Osterfestivaltage, dass Du womöglich einen Milonga-Neubau von Zaha Hadid auf dem Münsterplatz angehen hättest müssen, nur um der Geldmassen Herr zu werden. So was kann auch Stress sein, beispielsweise.

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Eyes wide shut

Mittwoch, 13. Januar 2010

Visuelle Wahrnehmung ist Konstruktivismus pur. "In diesem T-Shirt siehst Du aus wie Barbapapa", flötete neulich eine Salsapartnerin. "Wow. Du hast noch einen schwarzweiss-Fernseher zuhause?", fragte ich beiläufig. Während sie darüber grübelte, ob ich ihre Farbkompetenz soeben in Frage gestellt habe, drehte ich sie zweimal rasch, so dass ihre Haare ihr für ein paar Sekunden die Sicht verdeckten. Der Haarschnitt hat vermutlich den Zweck der Alkoholersparnis: So muss sie sich ihre Tanzpartner nicht schön trinken. "Das T-Shirt ist nunmal rosa", meinte sie noch immer überzeugt. "Es ist washed red. Das ist von rosa ähnlich weit entfernt wie Gotan Project von Di Sarli", klärte ich sie auf. "Machen die auch Salsa?", stichelte sie weiter. Sie überlebte knapp.

Derlei Probleme gibt es im Tango glücklicherweise nicht. In der geschlossenen Umarmung wird gefühlt, nicht geguckt. Eigentlich. Zumindest hatte ich bislang den Eindruck, dass die meisten Tänzerinnen die Augen schliessen. Tu ich eigentlich auch immer, wenn ich folge -- schon nur der Konzentration wegen. Aber heute erklärte mir eine Tänzerin, sie habe sich mit der Zeit das Tanzen bei offenen Augen angewöhnt -- das sei eine ganz andere, aber dennoch schöne Erfahrung. Hm. Ich werds mal ausprobieren. Aber vielleicht ist das wirklich nur etwas für Leute, die sich visuell nicht so leicht ablenken lassen...

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Kommentar von Margret

Ja, wenn ich mit offenen Augen tanze, dann spüre ich sinnlich den ganzen Raum um mich rum. Mein Körper streckt sich, breitet sich angenehm aus und meine Haut spürt viel bewusster den Kontakt zum Tänzer. Der Boden ist Boden und ich werde zur Tänzerin. Wenn ich die Augen schliesse, verschwimmen verschiedene Empfindungen. Meine Seele kann wegschwirren und mein Körper wird träumerisch tänzerisch!

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Antwort von Patrick

Vielleicht gibt es ja das Beste aus beiden Welten, wenn man ein Auge offen lässt und das andere zudrückt? Augenklappen -- der neue Modetrend im Tango.

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Kommentar von Elbnymphe

Perfekt! Ich nehme die Anregung als Auftakt meiner Serie zur Tangomode! Danke! ;-) (Das Smiley paßt perfekt!)

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Kommentar von Raxie

Ich stelle immer wieder überrascht fest, dass ich den Tangueros am Gesicht ablesen kann, was sie tanzen (werden). Sobald ich mit einem mir unbekannten Tanguero tanze, schließe zunächst nicht die Augen, weil ich noch gar nicht weiß, wie er mit der Musik umgeht, wie er mich wahrnimmt, etc. Beim Tanzen beobachte ich aufmerksam sein Gesicht - und habe meist ein sehr sicheres Gespür dafür, was kommen wird. Bei geschlossenen Augen habe ich das nur bei Herrn, die ich schon mindestens 2-3 Tänze lang kenne und die gut führen können. Sobald ich spüre, dass der Herr wirklich bei mir ist und mich ernsthaft in seinen Tanz integriert, kann ich die Augen schließen. Ein Traum.

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Die Relativität der Männer

Freitag, 15. Januar 2010

Sehr übersichtliche Runde heute in der Freitagsmilonga, zumal der Gare Du Nord heute auch mit Konzert lockt. Dafür interessante Diskussion darüber, welche Qualifikation es braucht, um einen vorhandenen Männerüberschuss wahrzunehmen. Das perfekte Bild: Beim Ausleeren einer ganzen Streichholzschachtel sehen manche Menschen auf einen Blick, wieviele Streichhölzer nun auf dem Tisch liegen. An Milongas funktioniert das ähnlich, nur dass Männer im Gegensatz zu Streichhölzern mehrmals verwendbar sind.

Abgesehen davon waren heute eh minim mehr Frauen als Männer anwesend. Aber wenn Frauen auch führen relativiert sich das Thema auch wieder. Kurzum: Eine Wissenschaft. Ach ja, und ich habe heute zum ersten Mal auf Wunsch Libedinsky gespielt. Die drei Lieder von ihm, die fein und melodiös sind...

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One night in Freiburg

Samstag, 16. Januar 2010

Endlich mal wieder zu Tango El Sur nach Freiburg: Ich war zwar ziemlich faul, und auch viele anwesende Frauen schienen mir etwas zurückhaltend zu sein, aber so nach und nach gab es wieder viele schöne Tänze. Die Neolounge ist jetzt mit "hier gibt es nur Nuevo- und Elektrotango" angeschrieben, im grossen Raum steht entsprechend "hier gibt es nur klassischen Tango" an der Türe. Teufel, was heisst denn hier "nur"? Und wo gibts Piazzolla?

Nun, überraschenderweise hielt ich mich im grossen Saal auf, und zu später Stunde gab es tatsächlich eine schöne Tanda von Astor. Allerdings Stücke, die ich nie gewagt hätte, an meiner Milonga zu spielen, weil sie ziemlich sphärisch und völlig rhythmusfrei waren. Ich habs dennoch genossen. Und auch der restliche Mix hat mir gefallen, von der ersten halben Stunde mal abgesehen. Einzig die Logik der Cortinas war undurchschaubar.

Bislang endete die Milonga jeweils um ein Uhr, Zeit genug also, um nach dem letzten Stück gemütlich zum Bahnhof zu spazieren und den 01.32-Nachtregionalzug nach Basel zu nehmen. Dummerweise war das Ende diesmal offenbar auf 1.30 geplant. Als eine Tanzpartnerin meinte, es sei grad halb zwei und daher vermutlich die letzte Tanda, hab ich kurz nach Luft geschnappt. Zug futsch, nächste Regionalbahn um halb sieben Uhr morgens.

Doch ich erhielt trotz meines Rufes als Lästerer freundliches Asyl in Freiburg, und so verbrachten wir die Nacht mit Tangomusik, Toastbrot und Cassis-Sirup. Und vielen Diskussionen über Freiburger Gurus und andere Unwichtigkeiten. Es wurde dann der 7:02-Zug...

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Kommentar von Di Sarli

Jo, die Musik...! Zugegeben, es war in der Tat alles klassischer Tango, aber: angefangen bei der - zumindest mir und dem Verfasser des Blogs rätselhaft anmutenden "Aufbau" (gab es einen solchen???) der Tandas - bis hin zur Musikauswahl selbst, war es aus musikalischer Sicht überhaupt nicht "mein" Abend. Es gibt so viele schöne klassische Tangos, aber ich habe an diesem Abend zwar ´viele klassische Tangostücke gehört, aber nur sehr wenige wenige, die "Energie" in eine Milonga bringen.

Ich räume ein, dass ich nicht so lange ausgeharrt habe, aber irgendwann war für mich die Luft draußen, so dass ich die Milonga nicht unbedingt zufrieden verlassen habe. Na ja, eigentlich kann es beim nächsten Mal nur wieder besser werden...!!!

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Weiche Arme, weicher Kuchen

Mittwoch, 20. Januar 2010

Mittagsmilonga im Clarahof: Geburtstagskinder mit Geburtstagskuchen, einer davon steht während des Geburtstagsvalses mitten auf der Tanzfläche am Boden. Gefährlich. Wir bangen. Aber glücklicherweise tritt niemand ins Quarknäpfchen.

Abends im Kurs gibts zuerst eine Massagerunde: Schultern lockern, unten am Schlüsselbein massieren, Schulterblätter kneten, Arme lang ziehen (nein, nicht die Ohren), Ellbogen und Hände ausschütteln...und danach miteinander in der üblichen Haltung tanzen, aber zwischen der rechten Hand der Frau und der linken Hand des Mannes sorgt ein kleiner weicher Ball für eine galvanische Trennung. Haltung mit Gefühl, aber ohne Druck. So einen kleinen aufblasbaren Ball hätte ich mir schon an so mancher Milonga gewünscht...

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Spontane Musikplanung

Freitag, 22. Januar 2010

Freitagsmilonga. Erfreulich gut besucht. Je später, desto Männer. Liegt wahrscheinlich an der Museumsnacht. Dafür stelle ich fest, dass ich regelmässig darüber grüble, wie ich dieses und jenes Orchester noch passend mit einer Tanda in den Abend reinbringen könnte, und so gegen halb eins kriege ich Panik, weil ja höchstens noch drei Tandas reinpassen. Zu Beginn im letzten Herbst hatte ich jeweils Panik, die vier langen Stunden gut mit Musik füllen zu können. Damals hielt ich jeweils vorher eine Planung schriftlich fest. Jetzt plane ich während des Abends jeweils höchstens zwei Tandas im voraus. Braucht etwas mehr Konzentration, macht aber auch mehr Spass. Und ersetzt das Durchhören zuhause dennoch nicht...

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Tragische Schritte

Samstag, 23. Januar 2010

Aus Oper mach Ballett: "Carmen" gab es heute im Theater Basel, und ja, die Geschichte endete tragisch im Sand der Arena. Tänzerisch beeindruckend, ich will auch Doppeldrehungen im Sprung beherrschen. Aufgefallen ist mir so nebenbei die Art und Weise, wie die Tänzerinnen umhergehen. Genau so unterrichtet so manche Tangolehrerin mit Balletthintergrund das Gehen. Tango mag gelegentlich auch tragisch sein, aber ist diese Technik ansonsten tatsächlich ein guter Ausgangspunkt für das Gehen im Tango? Die alten Milongueros(tm) hatten wohl andere Grundlagen. Aber die tanzen ja auch nicht oben ohne...

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Kommentar von Elbnymphe

Oben ohne? Und Du bist sicher, daß Du in der Oper warst und nicht bei Hooters? ;-)

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Apfelmusik

Sonntag, 24. Januar 2010

Sonntagsmilonga im Tanzpalast: Zum ersten Mal legen heute Anna und Luis auf. Mir hat der Mix gefallen, und ich hab auch ausgiebig getanzt. Die beiden werden ab Februar eine monatliche Samstagsmilonga im Tanzpalast machen. Witzig nur, dass die Firma Apple in Tangokreisen besonders beliebt zu sein scheint. Oder gehört das einfach zum Image eines TJs, dass man auf einem Applelaptop eine Maus rumschubsen muss? Ich werd am Freitag mal einen Kompatibilitätstest machen: Läuft ein Linux-Rechner stabil, wenn ein Apfel direkt nebendran steht?

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Kommentar von Cassiel

Ich denke, der Apfel wird wenig von Deinem Linux-Rechner beeindruckt sein. :-)))

Aber Spaß beseite: GoogleAnalytics weist bei mir einen Anteil von über 25% Mac OS X beheimateten Browsern an den Zugriffen auf meinen Blog aus. Linux (zuzügl. openBSD und FreeBSD) ist mit 7% leider immer noch unterrepräsentiert.

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Antwort von Patrick

Ja, Apple ist in der Tangogemeinde sehr verbreitet, sehe ich hier auch in der Zugriffsstatistik. Schade, dass der neue iPad so teuer ist. Der hat doch bestimmt ein iHole, damit könnte ich ihn in meiner Milonga an die Wand nageln und so ein bisschen vertraute Atmosphäre schaffen...

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Kommentar von Cassiel

iPad mit iHole als Wandschmuck? Ja, die Idee klingt gut. Ich halte von den iXXX Produkten nämlich überhaupt nichts. Ich habe weder einen iPod, noch ein iPhone und das neue iPad wird wohl auch nie den Weg zu mir finden... Allerdings liebe ich mein iTunes... Warum? Es ist eben etwas besser als die anderen Programme... und vielleicht ist dieses "etwas besser" auch der Grund für die Apfel-Affinität von Teilen der Tango-Szene, schließlich haben wir da einen ähnlichen Ehrgeiz. ;-)

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Antwort von Patrick

Früher(tm) war ich Apple-Sympathisant, inzwischen aber ist der Laden eine grauselige Vertriebsdiktatur. Wenn die jetzt mithelfen, dem Flashmonster von Adobe den Rest zu geben, und danach selbst blutig am Boden liegen, dann soll mir das recht sein. Dörrobst ist übrigens eine beliebte Verpflegung während und nach langen Milonganächten...

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Warum Leute den Tango aufgeben

Donnerstag, 28. Januar 2010

Interessante Diskussion mit einem Mann, der schon länger und musikalisch gut Salsa tanzt: Er habe vor Jahren mal einen Tango-Schnupperkurs und danach einen regulären Kurs besucht, aber nach wenigen Wochen wieder aufgegeben. "Schade", meinte ich, und fragte ihn, ob er sich noch erinnere, weshalb er die Lust wieder verloren habe.

"Im Unterricht gab es dauernd nur komplizierte Schrittvariationen. Ich fühlte mich überfordert und konnte mir das Zeugs nicht merken. Irgendwann hab ich aufgehört", meinte er schulterzuckend. Hm, kennen wir das nicht alle aus den Anfangstagen? Die Frage bleibt offen, ob es wirklich nicht möglich ist, beim Tango gleich zu Beginn zumindest minimale Erfolgserlebnisse einzubauen. Freies Gehen zur Musik sowie Gewichtswechsel sind eigentlich keine Hexerei, aber viele Schulen scheinen gleich in den ersten Stunden lieber Achten und Kreuze zu klotzen...

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Kommentar von Mikamou

Nun bei "viele Schulen" kann ich nicht mit reden, so weit habe ich mich nicht gestreut, aber ich meine mit „Freiem Gehen zur Musik sowie Gewichtswechsel“ kannst du in keiner Schule die Leute bei der Stange halten, wenn sie in anderen Tänzen schon Figuren serviert bekommen?

Also wenn ich mir den Salsa Unterricht so anschaue dann wird doch: Grundschritt geübt, in alle Himmelsrichtungen und in allen Variationen, Figuren gezeigt, durchschritten und geübt. Es bleibt hängen beim Schüler, der Grundschritt und eine Sequenz. Im Laufe der Zeit festigt sich der Schritt, die Sequenzen wiederholen sich oft und da die Sequenzen doch recht standardisiert sind trifft man sich schnell auf einer kleinen Übungs- bzw. Tanzbasis. Weiter hat Salsa keinen Tanzfluss, also kann man sich doch schnell mal in eine Ecke stellen und ein bisschen Schunkeln. Ergo Erfolgserlebnis. Von den entspannteren Aufforderungspraktiken mag ich mal nicht reden, aber eine Tango-Umarmung ist auch nicht eine Salsa-Umarmung.

Hier gibt es doch einige Elemente, welche sich nicht mir nichts dir nichts auf den Tango übertragen lassen: Kann man den Grundschritt vor dem Spiegel üben? Gibt es den überhaupt? Kann man in jedem Kurs 15‘ Gehen servieren? Wie bitte soll ich in meinem Körper merken, dass er richtig geht? Kennst du viele die sich in ihrem Körper so wohl fühlen, dass sie schon zu Beginn den Kick im Gehen bekommen? Wie soll ich mich wohl fühlen, wenn ich die unbegrenzten Möglichkeiten ahne und mir gerade mal das Gehen präsentiert wurde? Und wie verkaufe ich das meiner Tänzerin, auch wenn die Damen immer darauf schwören, dass schönes Gehen genügt? (Den besseren Tänzerinnen glaube ich das mittlerweile auch.;)

Ich denke die "Turnerriege von Plan-T" (sic) hat da einen Weg eingeschlagen, welcher versucht speziell dem Problem des Erfolgserlebnisses Rechnung zu tragen.

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Antwort von Patrick

"In alle Himmelsrichtungen"? Klingt nach Salsa Cubana. Dort ist das aber eher eine Übung dafür, einfach stur den Rhythmus durchzulaufen. Der Rhythmus ist wie ein Sklaventreiber, entsprechend das Timing entscheidend. Manche Dinge kannst Du nur auf eins machen, viele nur auf fünf, gewisse Dinge startest Du irgendwo zwischen sechs und sieben. Das ist am Anfang durchaus nicht trivial, auch wenn langsame Musik beim Üben hilft. Aber auch hier kann man rasch improvisieren: Wenn Du weisst, wann Du eine Dame wie in die Rechtsdrehung führen kannst, dann kannst Du dazu beliebige Handkombinationen nehmen, oder Du zupfst an ihrer Schulter oder Hüfte. Sequenzen sehe ich da eher als Krücke. Ich werds ausprobieren, während der Fasnachtsferien werde ich zum ersten Mal Salsa unterrichten.

Beim Tango: Gehen mit Rollenwechsel ist doch für beide spannend und abwechselnd, Gewichtswechsel mit Frau (kombiniert mit Seitenschritten) und später Gewichtswechsel ohne Frau bringt dann auch noch viele Variationen, zumindest für die ersten Stunden (und davon sprach ich ja ursprünglich) halte ich das für sinnvoller und auch unterhaltsamer als schon Ochos mit Ganchos zu kombinieren. Gerade regelmässige Rollenwechsel helfen doch, dass sich die Frau nicht langweilt (und den Part des Führenden auch zu schätzen weiss) und der Mann versteht, dass aufmerksames Folgen auch nicht einfach vom Himmel fällt.

Körpergefühl...ja, guter Punkt. Wobei das sicher nicht einfacher zu erlangen ist, wenn man Figuren klotzt. Bewusste und langsame Bewegungen fand ich immer hilfreich (vor allem Melina und Detlef scheinen sich bei ihrer Didaktik viel überlegt zu haben), Rollenwechsel bietet auch die Möglichkeit zur bewussten Wahrnehmung. Mal sehen, ob ich bis zur Erlangung der Gurureife (geschätzt 2017) noch andere Ideen habe.

Was die "entspannteren Aufforderungspraktiken" angeht: Vergiss es. Ich hab in einzelnen Monaten mehr Salsakörbe gesammelt als in meinen bisherigen knapp drei Jahren Tango.

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Kommentar von Salserita

Sagt der, der am Donnerstag immer von mindestens drei Frauen belagert wird...

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Antwort von Patrick

Das ist erstens masslos übertrieben und liegt zweitens nicht an meinen Tanzkünsten, sondern an meinem blendenden Aussehen...

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Kommentar von Mikamou

Also deine Beschreibung, was in Salsa so geübt und wann gezupft wird und in welchem Timing, betrifft wohl auch nicht die ersten Stunden... ;) Die Sequenzen sind immer und in allen Tänzen eine Krücke, aber eine sehr nützliche, auch wenn nur jene seelig werden, welche sich ihrer schnell entledigen. ... und viel Glück beim Unterrichten!

Zum Tango nur ... täusche ich mich oder hat sich deine Gurureife leicht nach hinten verschoben? ;)

Die "Aufforderungs--Praktiken", da meinte ich weniger die Korbhäufigkeit, sondern viel mehr wie bunt sich das Aufgefordere über die Tanzniveaus mischt ... im Tango bewegt sich das doch in engen Bahnen, im Salsa scheint sich das bunter zu mischen.

Übrigens an deiner Korbstatistik (der Anfang ist ja hier) zweifle ich ein wenig ... in einigen Fällen ist Kein-Cabeceo nicht auf die Unkenntnis dieser Praktik zurückzuführen und "beschäftigt wirken" eben nicht gleich "beschäftigt sein", sondern bedeutet schlicht Nein!

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Antwort von Patrick

Die Gurureife hatte ich von Beginn weg auf zehn lange Jahre festgelegt, einzig in tiefdepressiven Stimmungslagen (etwa bei Besuchen im Silbando) verdopple ich temporär die Schätzung. Guru ist ja nur ein diffuses Ziel, so wie auch die Leute im tiefsten argentinischen Süden dennoch von "sur" träumen. Und Eingang in die Korbstatistik finden nur eindeutige Körbe von bislang unbekannten Frauen. Hey, sonst könnte ja jede kommen.

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Kommentar von Tangosohle

Ein spannendes Thema, zunächst: Ich bin weder Salsero noch Plan-Tler. Ich beobachte aber auch, dass wie in dem einführenden Beispiel Männer systematisch demotiviert werden und einige Tangolehrer jahrein jahraus an einem solchen "Misserfolgsunterrichtsstil" festhalten. Das Tragische #1: Sie merken es nicht.

Mikamou zweifelt daran, dass das Unterrichten von Gehen (ich füge hinzu: Körper- und Musikarbeit) die Schüler bei der Stange hält. Meine Beobachtung: Lehrer die Workshops wie "Basis" "Achse" "Gehen" u.ä. anbieten, stehen in leeren Studios. Bieten die gleichen Lehrer einen Workshop á la "die schönsten Saccadas für die Milonga" an, stehen die Interessierten Schlange. Und was passiert? Die Unterrichtgeber müssen 60 Minuten Basisarbeit machen, die Unterrichtnehmer sind zufrieden, wenn sie "halt noch ein wenig üben müssen, aber für die kurze Zeit schaut das schon ganz gut aus" Und ich komme zu Tragik #2: Die Tangolernenden haben zu wenig Vorstellung von dem, wie ihr Lernplan ausssehen muss.

Ich bin so frei und verweise auf die Vorschläge/Forderung von Herrn Oswald an einen guten Tangounterricht, Ergänzungen willkommen.

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Klang statt Lärm

Sonntag, 31. Januar 2010

Die Lautsprecheranlage im Tanzpalast hatte mich bislang noch nie so recht vom Hocker gehauen, allerdings war ich mir auch nie sicher, ob viele DJs das Zeugs nicht einfach übersteuern. Heute hat Christian mal wieder aufgelegt, und ein paar Tage zuvor hatte er offenbar durchgesetzt, dass die Anlage überprüft und neu eingestellt wird. Es hat sich gelohnt, es klang heute tatsächlich besser. Auch besser als bei mir an der Milonga, das muss ich neidlos anerkennen.

Christian warf auch heute seine Tandabeschreibungen wieder per Projektor an die Wand, dazu neu auch noch die Abfolge von Tango, Vals und Milonga sowie die Abfolge von instrumentalen und gesungenen Tangos. Ich stelle fest, dass er deutlich mehr gesungene Tangos spielt als ich -- lediglich zwei von sieben Tandas sind bei ihm instrumental. Ich hingegen halte den Anteil an gesungenen Tangos bei rund 50 Prozent. Dafür darfs zwischendurch auch mal ein richtiger Jammertango sein...

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Drehen, gedreht werden und gemeinsam drehen

Mittwoch, 03. Februar 2010

Gemütliche Mittagsmilonga, die Frau tief in mir kapiert sogar so langsam, wie man Giros tanzt. Ich habe die Reaktionszeit einer alkoholisierten Schnecke. Dafür aber immer auch gute Ausreden: "In der Musik spürte ich keine Verdoppelung!"

Abends im Kurs erneut Drehungen, aber als Mann. Eigentlich sind es simple Giros mit einzelnen Sacadas, aber 99 Prozent meiner Konzentration geht für das Speichern und Abrufen der Sequenz an sich schon drauf. Schwierig und schön zugleich ist, dass die Frau den Mann auch mitnehmen kann, dass die Drehung somit wirklich nur aus einem präzisen und aufmerksamen Zusammenspiel funktioniert...

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Canyengue - back in time

Samstag, 06. Februar 2010

Workshop alter Tango: Musik von Canaro, Bewegung tief in den Knien, relativ kräftige Rumpf-, Schulter- und Armbewegungen, das System rein parallel, Körperhaltung leicht torkelnd. Immerhin, beim letztgenannten Punkt bin ich gar nicht schlecht. Bei Cécile und Romeo sieht das ganze deutlich schicker aus, man fühlt sich um knapp hundert Jahre in der Zeit zurückversetzt. Und der Unterhaltungswert ist riesig.

Vor allem die erdige Art, wie man Schritte setzt, tut mir ganz gut: Hier bin ich durch regelmässige Verdoppelungen endlich mal gezwungen, die Schritte und damit auch meine Gewichtswechel überdeutlich anzuzeigen. Trotz der trampeligen Art zu gehen ist Canyengue irgendwie auch ein sehr verspielter Stil. Daher freut sich das grosse Kind auf Teil Nummer zwei am Sonntag...

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Canyengue - der Männergancho

Sonntag, 07. Februar 2010

Bislang empfand ich meine Salsakenntnisse meistens als recht hinderlich beim Tango. Auch die tiefe, ziemlich hiphop-mässige Körperhaltung beim Lindyhop ist völlig anders. Und jetzt darf ich zwei Nachmittage lang endlich mal völlig locker rumtrampeln. Die Hüfte mitschwingen lassen. In gewissen Figuren gar die Frau mit meiner Hüfte hin- und herdrehen. Gemeinsam in eine Richtung blickend und mit der Hand an der Hüfte das äussere Bein nach vorne und hinten schwenken. Oder auf einem Bein stehend an Ort und Stelle die Körper mitsamt Hüfte hin und her verdrehen. Allerdings kann man damit auch perfekt die Piste blockieren.

In der Pause dann Diskussionen darüber, zu welcher Musik der Tanzstil gut passt. Ja, Canaro, Castillo, wohl auch zu frühen Di Sarlis und alten Stücken von Fresedo. "Oder auch zu Otros Aires", meint Romeo mit schelmischem Blick. Canaro und Castillo würden sich im Grabe umdrehen...

Interessant auch, dass die alten Stile in den 1920/30er Jahren zwar mit vollem Körpereinsatz getanzt, aber dennoch recht stark mit den Händen geführt wurden. Ach ja, und während einer Hüftdrehung hab ich meinen rechten Unterschenkel über den linken geschlagen. Mein erster Männergancho. Und es hat gar nicht weh getan...

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Kommentar von Mikamou

Ein Männergancho oder vielleicht doch ein Männervoleo?

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Antwort von Patrick

Stell Dich auf den linken Fuss und dreh die Hüfte kräftig nach rechts, so dass Dein rechter Unterschenkel vor dem linken Bein aufschlägt. Ich denke das ist ein Gancho. Viel wichtiger ist aber die Frage, ob man damit einen Tisch abräumen kann. Work in progress.

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Kommentar von Susanne aus Kassel

Canyengue läßt sich sehr gut auch zu Juan Maglio Pacho tanzen, zu Tubatango, zu manchen Donatos. Es ist der alte Tango der Guardia Vieja im 2/4tel Takt. Schneller dann bei Firpo, Villasboas und Pirincho, hier auch Tangomilonga genannt. Super gute Lehrer für Canyengue sind Martha y Manolo 'el Galliego'

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Stop and go mit Giro

Mittwoch, 10. Februar 2010

Mittwochskurs. Erneut Giros, diesmal auch mit einer Variante, in der der Mann die Drehung der Frau stoppt, drei ziemlich rhythmische Schritte setzt und die Frau während eines Sacadas wieder weiter in die Drehung schickt. Und dabei hoffentlich von der Frau auch wieder kräftig mitgenommen wird. Irgendwann wird selbst mir klar, dass ich in der geschlossenen Umarmung faktisch nur dann einen Sacada setzen kann, wenn die Frau einen Seitenschritt macht -- nicht bei Vorwärts- oder Rückwärtsschritten. Das klingt simpel, aber bei fliessenden Drehungen mit Betonung auf der Musik bin ich gelegentlich leicht damit überfordert, innerhalb einer Zehntelsekunde auszurechnen, ob die Frau nun seitwärts oder rückwärts geht. So gesehen hat eine feste Sequenz auch ihre Vorteile.

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Der Salsa und die Schritte

Donnerstag, 11. Februar 2010

An der Salsapractica unauffällig eine Salsera mit Tango missioniert, wobei das einer anderen äusserst aufmerksamen Salsera natürlich sofort aufgefallen ist. Und deren Freundin stellte schliesslich die berühmteste und berüchtigtste aller Fragen: "Wie geht da eigentlich der Grundschritt?". "Äh, also, eigentlich gibt es den nicht. Das macht es noch spannender...", meinte ich grinsend. Grosse Augen. Manchmal ist es schwierig, die Faszination des Tangos zu erklären...

Ausserdem hat in Basel eine neue Salsaschule eröffnet. Für die Tangoschule kann ich mir bis zum Jahr 2017 noch einen besseren Namen überlegen.

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Kommentar von Mikamou

Wie wäre es mit Salsa Gurus @ Work

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Kommentar von Monika

congratulations, viel Spass und viel Glück!

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Der Mond und die Achse

Samstag, 13. Februar 2010

Vollmondtango. Eigentlich ja Neumondtango, aber wir sind ja liberal. Werde natürlich schon bei meinem dritten Tanz irritiert gefragt, ob in Basel der Mond eigentlich anders stehe als in Freiburg. "Basel tickt schon ein wenig anders", murmelte ich zuerst schulterzuckend, um später nachzuschieben, dass es hier wohl eher um die astrologische Deutung des Phänomens "Vollmond" ginge. Immerhin war die Tanzfläche ziemlich voll, und ich muss zugeben, ich hab auch ein wenig gerempelt.

Auch die Balance war heute nicht meine Stärke, und mir ist es immer besonders peinlich, wenn ich eine Tanguera ebenfalls aus der Achse reisse. "Mach das ruhig nochmal, es hat sich interessant angefühlt", meinte eine Tanzpartnerin einmal lachend. Tja, und prompt gelang es mir nicht mehr. Achse ist also auch nur Konstruktivismus. Und selbst Pluto war heute nacht weit weg von der Waage.

Hm, und ich hab mich gar nicht getraut, mal einen Sacada während eines Giros zu setzen. Irgendwie noch zuwenig geübt, zuwenig Platz und zuwenig Konzentration dafür. Und meine Damenfertigkeiten muss ich auch dringend mal wieder üben.

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Eine rosige Milonga

Sonntag, 14. Februar 2010

Valentinstag: Sonntagsmilonga mit Rosen. Allerdings tanzt es sich mit so einer Rose zwischen den Zähnen doch irgendwie schlecht, muss ich feststellen. Dafür gibt es die berühmtesten Tränendrüs...äh...Liebeslieder als Cortinas. Und viel Schokolade. Mal sehen, ob in neun Monaten auffällig viele Valentinsbabys erscheinen.

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Zählen statt Tanzen

Montag, 15. Februar 2010

Werde kurzfristig als Aushilfe an einen Unterstufenkurs zu Mathis geschleift: Ganz andere Welt. Nach einigen Aufwärmübungen im Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsgehen fassen wir uns als Gruppe alle fest an der Hand und laufen parallel seitwärts, rückwärts, seitwärts, vorwärts...in Girologik. Dann mit der üblichen Verdoppelung. Und dann noch so schnell, dass kaum mehr jemand mitkommt. Ich muss mal meine Deckung bei der Unfallversicherung überprüfen.

Dann: Milonga. Manchmal gemütlich, manchmal aber auch richtig heftig schnell. Zweimal vorwärts, seitwärts, zweimal rückwärts, seitwärts -- alles ohne irgendwelche Gewichtswechsel. Hab ich so im Tanzpalast schon oft bei Paaren gesehen, jetzt weiss ich, wo das herkommt. Ist zwar ein einfacher Schritt, aber selbst mit einer leichten Linksdrehung nicht wirklich sozialkompatibel.

Dann fällt mir auf, dass Mathis offenbar dem System der Base huldigt: "Wir machen einen Zweierschritt. Und das hier kann man auf sechs machen." Okay, denke ich, manchen Männern hilft das Zahlensystem ja vielleicht. Mir definitiv nicht, mir fehlt die Führungstechnik, nicht die Sequenz. Aber die Gesichter der anderen Männer sehen irgendwie auch ziemlich ratlos aus. Dann läuft nach einigen Milongas plötzlich etwas von Di Sarli. Nach einer halben Minute stellt Mathis die Musik ab und fragt in die Runde, wer bemerkt habe, dass dies nun ein Tango sei. Ein paar Hände gehen hoch. Meine Tanzpartnerin guckt mich fragend an. "Ich hab nichts bemerkt, ich hab gezählt", sage ich schulterzuckend und setze mal wieder mein harmlosestes Gesicht auf. Männer sind ja bekanntlich nicht multitasking-fähig.

Nun, wie sagte einst ein weiser Mann: "Denkst Du beim Tanzen an die Base, so fliegst Du musikalisch auf die Nase". Ay.

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Auflegen mit Tastatur

Freitag, 19. Februar 2010

Freitagsmilonga. Zum ersten Mal mit neuem Setup: Ein winziger 10 Zoll-Bildschirm, entsprechend verwende ich einen MP3-Player, der vollständig per Tastatur bedienbar ist (moc). Etwas ungewohnt, aber es funktioniert hervorragend. "Das sieht ja aus wie zu DOS-Zeiten", meint eine Tanzpartnerin. Muss aus Imagegründen endlich mal dringend einen Apfel neben das Netbook legen.

Trotz Ferien erfreulich viel Volk. Anreiserekord diesmal bei 7'500 Kilometern. Der Bekanntheitsgrad scheint sich proportional umgekehrt zur verwendeten Bildschirmgrösse zu entwickeln.

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Kommentar von Joachim

Stark, kommen die ollen Lochkarten wieder zu neuem Glanz. Das volle EDV Pleistozän. Nun aber die schwierige Entscheidung: Als MP3 Player gibt es den Apple iPod shuffle, der hat gar kein Display.

Das wirft zwei Probleme auf, mindestens: Man weiss nicht, ob die Leute oder Dinge aus'm Andromeda-Nebel Tango tanzen können (Anreiserekord in Lichtjahren sollte den Versuch aber wert sein) und man müsste das Gehäuse kackbraun oder cadmium-cremeweiss umspritzen, sonst wäre Apple ja doch präsent. Und ein wenig mainframe-feeling sollte einem die Farbe schon bringen.

Andre Möglichkeit: mein alter, ausgeleierter Walkman (R) Hat auch kein Display und eiert ein wenig, aber das hört ja eh niemand.

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Antwort von Patrick

Andromeda? Die stossen in ein paar Milliarden Jahren mit der Milchstrasse zusammen, dann haben sie ausgetanzt. Aber da wird es Apple möglicherweise eh nicht mehr geben. Die runden dünnen Dinger am Freitag waren übrigens keine Lochkarten, sondern Fasnachtskiechli. Ähnlich schwierig zu handhaben, aber mit deutlich mehr Zucker.

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Kommentar von Peter

prima, moc wird noch laufen wenn der apfel schon an energiemangel leidet .... bin gerade dabei ein system mit debian aufzusetzen

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Glück als Dame, Pech im Spiel

Sonntag, 21. Februar 2010

Verlängerte Sonntagsmilonga im Tanzpalast vor dem Morgenstreich: Endlich komme ich mal wieder ausgiebig zum Tanzen, und auch die Frauenrolle kann ich ausgiebig geniessen. Einige Lieder sind zwar schön, aber der Mix und die Lautstärke sind hart an der Grenze. Daher gebe ich tänzerisch doch recht früh auf und setze mich zur Pokerrunde von Mathis.

Pokern beim Tango? Ja, scheint ein neuer Trend zu sein. Eine Viertelstunde später bin ich meinen Einsatz von knapp vier Franken komplett los und schaue danach lediglich noch zu, wie sich die beiden anderen Mitspieler gegenseitig über den Tisch ziehen. Dabei fällt mir auf, dass Pokerspielen irgendwie auch eine gute Übung fürs Cabeceo ist...

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Schnuppern und schnuppern lassen

Montag, 22. Februar 2010

Oki, dem Anmeldestand nach war es wohl eine Schnapsidee, in den hiesigen Fasnachtsferien mit Salsakursen anzufangen. Aber den Schnupperkurs habe ich durchgeführt, und es war spannend. Ich muss dringend mal Videos für Youtube produzieren.

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