Die Basler Tangoszene: Vom Anfänger zum Guru...

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Gerüchte um Lern-DVD

Mittwoch, 1. April 2015

Es ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass Melina und Detlef vom Tangokombinat an einer Lern-DVD arbeiten: Ihre Konzepte der Umarmung, des Gehens, Drehens und der Musikinterpretation sollen so in die weite Welt hinausgetragen werden.

Wie heute bekannt wurde, hat eine Interessengruppe von 70 Tänzerinnen aus Südfrankreich nun in einem offenen Brief gefordert, das Material in Full HD auf Bluray bereitzustellen. "Wir wollen Detlef nicht in einer verschwommenen Auflösung sehen, sondern scharf", so die Übersetzung der Forderung. Derzeit überlegt das Kombinat gar, die Produktion in 4K durchzuführen. Ob Detlef dabei von Gucci oder Lagerfeld eingekleidet wird, ist noch offen.

Als Erscheinungstermin ist der Sommer 2015 vorgesehen, noch vor Weihnachten soll eine Extended-Edition lieferbar sein: Im Bonusmaterial ist etwa ein Instruktionsvideo von Detlef enthalten, in der er zeigt, wie man auf Reisen bügelt. Das Tangokombinat hat allerdings Gerüchte dementiert, wonach im Bonusmaterial auch alte Aufnahmen von 1953 enthalten seien, auf denen zu sehen ist, wie Melina noch hüfthohe Voleos schlenkert.

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Kommentar von klein-Erna

ok, prima! I hett gäärn dia ixtended Verschön, bittschön mit Liefer-termin 11.11., gõht dees?

Und biim Bonus-Matrial bitte nöch a kliine Demo vo Cassiel und Dir, wia'ner de authentische Tango danzed, also Porteno mit Porteno in close embrace, ganz ohne Tanguera! Iverschtande? :-P

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Kein Kokos in Heidelberg

Sonntag, 29. März 2015

Eppelheim, Cafemilonga. Heute mit DJ Reinhold aus Bonn. Schöne Tandas zum Durchatmen, quasi das Gegenprogramm zu den Marathons der letzten Zeit. Und grafisch bislang die aufwendigste Bildschirmdarstellung der jeweils laufenden Tanda. Dazu erstaunlich viele Schokoladen- und Flugbegleiterdiskussionen. Erfolgreich die Kokos-Torte verschmäht, man muss ja auf sein Gewicht achten. (Thai)-Ente gut, alles gut.

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Takte und Unsichtbares

Sonntag, 22. März 2015

Basel, Corrientes. Aushelfen in einem besonderen Kurs: Blinde und Sehbehinderte tanzen Tango. Womit auch sämtliche Kalauer über Cabeceoschwächen natürlich tabu sind. Newsflash: Es gibt eine 6-count-Base. Von mir aus. Kürzen wir noch ein wenig auf vier, dann auf zwei runter, und bald haben wir das Ding ausgerottet.

Lustigerweise gäbe es ja ein paar Milongas und Encuentros, wo auch ein Führender ohne Sehvermögen problemlos mitnavigieren könnte. Auf meine Bemerkung, man müsste die Truppe mal in eine Milonga mitnehmen, erfahre ich, dass man sowas schon gemacht hat. Es führte dazu, dass der einzige vollblinde männliche Teilnehmer danach den Kursbesuch aufgegeben hat. Ich glaub, ich hab den Hauch einer Ahnung, woran das gelegen haben könnte...

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Bye bye, Belarus

Sonntag, 15. März 2015

Nachmittagsmilonga: DJ Ania legt nicht nur schöne Tandas, sondern sogar in erträglicher Lautstärke auf. Der Cumparsita-Effekt zieht: Die vier Stunden kann ich endlich mal quasi durchtanzen. Sogar die gewaffelten Kekse entgeĥen mir. Abends sind die Reihen schon ziemlich gelichtet, und ich geniesse noch einige wenige Abschiedsmilongas. Dj Semeon macht auf Greatest Hits, was mir ganz gelegen kommt. Und ja, hier tanzen auch Ukrainer und Russen miteinander. Ein schönes Bild, gerade jetzt.

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Minsk, das Live-Orchester

Samstag, 14. März 2015

Minsk, Nachmittagsmilonga mit DJ Alessandro. Jetzt gibt es auch grosse Kekse, was deshalb wichtig ist, weil ich mir in vier Stunden lediglich drei Tandas anlachen kann. Der Musikmix besteht ausschliesslich aus Brachialdramatik und die Lautstärke ist neapolitanisch. Bin ich zu alt für Tangomarathons?

Abendmilonga: Heftiges Chaos auf der Piste, DJ Andrea aus Rom spielt genauso laut wie seine Kumpel. Aber auch von der Musik her zieht mich keine Tanda auf die Piste: Nix zum Durchatmen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es für manche DJs unvorstellbar ist, dass jemand auf einer solchen Veranstaltung mit Unbekannten tanzen möchte und auch keine Dauergiros drehen möchte.

Orquesta Pasional: Es klingt nach mehr, aber tatsächlich stehen da nur vier Leute auf der Bühne: Geige, Keyboard, Kontrabass und Bandoneon. Der Klang ist der Hammer (die Lautstärke auch). Allerdings geben sie Gas: Selbst Organito de la tarde klingt gestresst, sie treiben das Marathon-Volk kräftig vor sich her. Rhythmusänderungen? Fehlanzeige. Das Tempo ändert sich auch nicht, als sie zackige Valse aus dem Repertoirekästchen holen. Im zweiten Set kommen dann Pugliese und Konsorten auf die Kosten, und hier gäbe es auch wunderschöne Zeitlupenvalse. Ein Vergnügen. Die Piste ist mir allerdings zu anstrengend, und so faulenze ich vor mich hin. Schöner nächtlicher Spaziergang ins Hotel, ich geniesse die Ruhe...

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Kekse in Minsk

Freitag, 13. März 2015

Minsk, Nachmittagsmilonga. Im Fullpass ist sie nicht drin, und man kann beschränkt Eintritte kaufen. Dafür können auch Spotanbesucher aus Minsk noch auftauchen. Ungewohnt, aber eine Eigenheit, die ich mir an manchem Encuentro schon gewünscht hätte. DJ Nick dreht heute den Regler auch ziemlich hoch, aber dank viel Platz geniesse ich die Tänze. Und ein paar Kekse.

Am Abend dann im Sportzentrum Olymp: Leuchten wie am Remolino-Festival, eine kühle Lounge mit Decken dient der Erholung. DJ Roberto aus Milano heizt mit voller Pulle ein, und die Piste ist entsprechend anstrengend. Tanze daher nicht fürchterlich viel, und auch der Jetlag zieht noch ein wenig an der Wachheit. Hm, Pugliese direkt nach Chacarera, dann ein hässlich treibender Di Sarli aus 50ern? Tänzerische nicht meine Nacht, und meine Ohren pfeifen.

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Theater in Minsk

Donnerstag, 12. März 2015

Weissrussland, Minsk. Ja, neuer Pass, neue politische Lage, neuer Wechselkurs, und diesmal hat es tatsächlich geklappt. Ein wenig ungewohnt, eine Viertelmillion mit sich rumzuschleppen, bloss um noch die Nachmittagsmilongas bezahlen zu können.

Eröffnungsmilonga am Donnerstag Abend: Eine Art Theaterschule, keine 50 Meter vom Präsidentensitz entfernt. DJ Aleksey zelebriert einen dramatischen Mix bei kräftiger Lautstärke, spielt aber (nach einer Diskussion mit mir letzten Winter in Lemberg) durchs Band Vierertandas auch bei Vals und Milonga. Viele Supermodels Ende 20, aber zum Glück auch viele Bekannte und wenig vernetzte Unbekannte. Und Knappheit bei den Stühlen, womit man sich auf Augenhöhe in der Nähe des Ausganges begegnet. Piste allerdings Marathon-like wild, wie in Polen gibt es auch hier jeweils mittendrin eine Chacarera, und viel zu früh kommt schon die unangekündigte Cumparsita. Schöner Einstieg ins Festival.

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Heuschrecken auf Wanderschaft

Sonntag, 8. Februar 2015

Lissabon, Despedida. DJ Fred lässt sich heute ausgiebig von seinen Groupies feiern, was leider ziemlich anstrengend ist. Musikmix....eher gemischt. Ich geniesse noch ein paar Abschiedstänze und grüble danach, ob ich auf die Encuentro-Veranstaltungen küntig noch ein grosses Augenmerk legen soll: Die Cliquen wandern wie Heuschrecken umher, bringen ihre DJs mit, feiern sie ausgiebig, und klopfen sich hinther auf Facebook zusammen mit den Veranstaltern gegenseitig auf die Schultern. Das wird trotz einiger schöner Tänze mittleiderweile arg langweilig.

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Kälte und Telefonaufmerksamkeit im Süden

Samstag, 7. Februar 2015

Encuentro, inzwischen kommt auch die Sonne wieder zum Vorschein. Schöne Tänze zu schönem Mix von DJ Silencio, am späteren Nachmittag sinken meine Chancen allerdings mal wieder ins Bodenlose. So verpasse ich dann Live-Cortinas in Fado, bin dafür aber nach dem Abendessen immerhin wieder an der Milonga. So ein kleines Zwischentief punkto Wachzustand in einer eiskalten Wohnung braucht verlangt schon fast übermenschliche Kräfte.

Abends spielt dann DJ Chamaco viel seltsames Zeugs, vor allem dauernd unbekannte Tandaeröffnungen. Fürs Cabeceo muss ich strahlen, und das gelingt schlecht, wenn er erst zum Tandaschluss noch einen Gassenhauer hinterherschiebt. Insofern....schwierig. Dann gelange ich noch an eine zierliche Frau, die mir vor lauter Spannung beinahe den linken Arm bricht. Spätnachts ergibt sich dann immerhin eine Tanda, die als Vals des Jahres in die Erinnerung eingehen könnte.

Dann war da noch der Kerl, der mehrmals seine Tanzpartnerin stehen liess, weil er einen Anruf auf seinem Mobiltelefon entgegennehmen musste. Um die Musik zu übertönen, schrie er jeweils laut "PRONTO!" in sein Ding. Die Frau schien das als völlig normal zu empfinden, und die beiden tanzten danach den Rest der Tanda noch zu Ende. Vermutlich ein interkulturelles Missverständnis meinerseits...

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Trennungen am Atlantik

Freitag, 6. Februar 2015

Portugal, Lissabon. Ja, ich bin nicht immer im Osten. Encuentro. Nachmittagsmilonga mit DJ Philippe, diesmal ganz angenehmer Mix, schöne Tänze. Riesige Truppe aus Frankreich, kleinere Truppe aus Italien hier. Ach ja, mal wieder überraschend eine getrennte Sitzordnung. Frauen auf drei Seiten in erster Reihe, die Männer auf einer Seite in sechs Reihen. Portugal bräuchte mal einen Gleichstellungsbeauftragten.

Ansonsten ein riesiges, gemütliches Kabuff mit Indoor-Heizpilz mit einer Bibliothek in einer Truhe. Darunter: Tango in 19 Bänden. Die Tanzpausen waren dann doch etwas zu kurz, um das Ding durchzulesen. Grandiose Kuchenauswahl, im Encuentrobetrag ist ein Anfixgutschein enthalten.

Der Abend fiel leider ins Wasser: Meine Ferienwohnung besitzt keinerlei Heizung, und nach Sonnenuntergang kühlen die durchziehenden Luftströme meine Luxusvilla schlagartig auf 12 Grad hterunter. Ich versuche noch, mit Herdplatten und Backofen ein wenig gegenzuhalten, aber nach dem Abendessen verfällt mein Körper in einen Winterschlaf, und ich schaffe es gerade noch, mich unter die wärmende Bettdecke zu ziehen. Ich werde alt. Oder der warme Süden ist nicht mehr das, was er mal war.

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Pausen im Süden

Samstag, 24. Januar 2015

Mergellina, der zweite Tag. Am Nachmittag donnert Max meine Ohren voll, am Abend Morgan. Von der Musik her hätte ich eigentlich gar nichts zu beanstanden. Aber der Krach ist jenseits von Gut und Böse, und ich frage mich, ob ich das als Meditationsübung für einen künftigen Besuch in Buenos Aires verstehen soll. Als Zuschauer kann man natürlich halbwegs genüsslich die Voleotreffer zählen und zwischendurch Ohrenpausen im eigenen Zimmer geniessen. Auch zwei Etagen über der Milonga ist der Tandawechsel problemlos hörbar. Immerhin, zwei schöne Tandas. Spätnachts erwache ich, als unten die Bässe der Afterparty wummsen. Und beschliesse, am Sonntag anstelle der Despedida bei schönem Wetter lieber noch ein wenig die Amalfiküste zu geniessen.

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Lärm im Süden

Freitag, 23. Januar 2015

Italien, Neapel. Santa Mergellina-Marathon. Der Vorteil: Das Parkett ist im Keller der Jugendherberge, somit alles im Haus. Allerdings in Neapel. Das ist nämlich die Stadt, die es schafft, die Nachteile von Istanbul, Kiev und Saarbrücken auf einer relativ kleinen Fläche zu vereinigen.

Zur Eröffnungsmilonga spielt DJ Vera. Hübsche Mischung, aber kühl durchlüfteter Raum, und mit der Zeit geht die Lautstärke ziemlich hoch. Am Anfang ist die Piste fast Encuentro-like friedlich, doch nachdem die grosse Meute da ist, offenbart sich der Marathoncharakter der Veranstaltung. Macht aber nichts, ich habe in der süditalienischen Gruppe eh keine Chance. Zum Glück sind noch einzelne Frauen aus Norditalien da....

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