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Samstag, 21. Januar 2012
Nach langer Zeit mal wieder zu Che Tango. Übersichtliche Runde, kombiniert mit deutlichem Männermangel. Schöne Tänze, kaum Zeit für den Kuchen. Allerdings einige Zwangspausen, weil ich mit dem Musikmix nicht ganz so warm werde. Gut, kein Kind der 80er-Jahre verschmäht Cindy Lauper.
In dem Zusammenhang sind mir aber viele Tanzpartnerinnen ein Rätsel. Manche Frauen reagieren irritiert, wenn im letzten Lied der Tanda ein anderer Sänger das Zepter übernimmt. Andere Frauen sind irritiert, wenn man andeutet, dass man zu diesem Lied grad nichts sinnvolles tanzen könne. Wohl dem Manne, der dann die Rolle wechseln kann...
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Kommentar von Joachim
Vom Tanzen zum Singen? ich weiss ja nicht...
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Antwort von Patrick
Das sei ferne. Das Treuefenster(tm) so mancher Tanguera vergrössert sich erheblich, wenn man nicht singt. Zumindest dann, wenn man nicht Alberto Castillo ist.
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Kommentar von Joachim
Der war ja auch Gynäkologe. Bevor er Sänger wurde. Die Kombination ist natürlich, hmm, nicht unpraktisch. Siehe auch Wikipedia.
"Castillo war auch ausgebildeter Arzt. Diese Tatsache überzeugte die Eltern seiner Verlobten, ihre Tochter Castillo heiraten zu lassen (nur ein „Tangosänger“ zu sein, wäre nicht genug gewesen). In dem Film „Luna de Avellaneda“ wird auf seine Ausbildung angespielt, als Castillo nach einem Auftritt beim Karneval als Geburtshelfer einspringt."
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Kommentar von Ratatouille
Der Hut des DJs bürgt doch für Authentizität. So wird Cindy Lauper fast mühelos zur kleinen Schwester von Castillo. Castillo kann sich nicht dagegen wehren. Nur muss das der Tanguero auch merken.
Du weisst ja, es ist in der Schweiz gefährlich die Autorität eines Hutes nicht anzuerkennen.
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Antwort von Patrick
Mein Hut der hat drei Ecken. Das unterscheidet ihn zumindest geometrisch von einer richtigen Tanzfläche. Für die Personifizierung des Bösen braucht der moderne Tanguero ja den Gessler eh nicht mehr. Dafür gibt es doch Otros Aires und Co.
Samstag, 14. Januar 2012
Freiburg, El Sur. Zu Beginn drehen wir Männer mal wieder ein wenig Däumchen, später dreht es in einen veritablen Männermangel. Ja, viele ausgerollte Teppiche. Schöne Tänze, wobei ich heute irgendwie müde und unkonzentriert bin. Jedenfalls stolpere und remple ich gewaltig in der Gegend herum.
Das gibt mir immerhin Raum für neue Erkenntnisse: Der DJ in der Neo-Lounge beispielsweise hält satte drei Stühle für die DJ-Groupies bereit. Ha! Ich wusste, damals(tm) bei meiner Milonga hatte ich einen Fehler gemacht.
Ach ja, und von einer Asiatin habe ich erfahren, dass zwischen Deutschen und Schweizern eigentlich kaum Unterschiede bestünden. Wahnsinn. Wo doch jeder weiss, dass Deutsche einen Topf nicht von einer Pfanne unterscheiden können.
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Kommentar von swing
Seh ich auch wie die Asiatin.Nun gut:die Freiburger sind evtl. beim cabeceo etwas (auch nur etwas) munterer als die Basler.Dafür sind die Schweizer oft wirklich einen Schlag perfekter.Kann man bei den Preisen aber auch erwarten!Gruß/Grüetzi.
Mittwoch, 11. Januar 2012
Wir alle lieben die Urheberrechtsgesellschaften. Ob Suisa oder Gema, das Inkasso sorgt vor allem bei Veranstaltern von Winzmilongas stets für Freude. Schliesslich landet das Geld ja da, wo es landen sollte. Heute hat Alessandro von der Suisa nachgedoppelt. Alessandro macht bei der Suisa die Berufsmaturität und nutzt den Kundenkreis für eine Internetumfrage zu "Methoden der Rechnungsstellung". Ich war gespannt. Tatsächlich tauchen dann aber zuerst Fragen auf, ob man etwa von der Wirtschaftskrise oder dem drohenden Klimawandel am meisten beunruhigt sei. Und ob man die Raumtemperatur runterschraubt und weniger auf Papier druckt. Immerhin darf man dann noch sagen, ob der Suisa-Kundendienst seine Arbeit gut macht.
Ich weiss, der Vergleich hinkt ein wenig. Aber man stelle sich mal vor, irgendwo in Kalabrien würde man als Restaurantbesitzer kurz vor der monatlichen Fälligkeit des Schutzgeldes von einem jungen Kerl besucht, der sich als Neffe von Onkel Leo vorstellt und fragt, ob man die Einführung von bleifreien Kugeln in den Revolvern befürworte. Gesund sterben ist schliesslich in, und die Umweltbelastung kann so auch deutlich verringert werden. Einbetonierte Gebeine auf dem Meeresgrund sind ja Greenpeace schon lange ein Dorn im Auge.
Warum der Sarkasmus? Nun, die Suisa fordert tatsächlich groben Unsinn wie etwa gerichtlich abgesegnete IP-Adressjägerei nach Deutschem Vorbild oder Internetsperren nach dreimaligem Download wie in Frankreich. Vielleicht liegt das an mir, bei Begriffen wie "Methoden der Rechnungsstellung" kann ich in diesem Zusammenhang nur noch hilflos kichern. Aber zitieren wir mal aus dem Parlament vom Sommer 2010:
Wenn Sie sich um die Künstlerinnen und Künstler kümmern wollen, dann sorgen Sie dafür, dass dieses Geld nicht in den Verwertungsgesellschaften bleibt. Das muss das Ziel sein. (Simonetta Sommaruga, damals noch SP-Ständerätin)
Laut dem Branchenverband IFPI sind die Einnahmen aus der Online-Verwertung von Musik in den letzten sechs Jahren von 20 Millionen Dollar auf 4,2 Milliarden Dollar angestiegen und machen nun 27 Prozent der Einnahmen aus. Irgendwo liegt ja dieses Geld dann, und eigentlich sollte es bei den Urhebern liegen und nicht bei den Verwertungsgesellschaften. (Eveline Widmer-Schlumpf, Bundesrätin)
Alles klar? Die Urheberrechtsgesellschaften investieren in den Klimawandel sowie in Online-Abzockmodelle, und wir finanzieren das mit unseren Milongabesuchen kräftig mit. Ist Tango nicht schön?
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Kommentar von Joachim
Danke für die wahrhaft aufrüttelnde Info. Eigentlich wollte ich ja zum Vollmondtango, aber angesichts der verbrecherischen Suisa bleibt mir nichts andres übrig, als zuhause sitzen zu bleiben, Schweizer Winzmilongas wie auch das Osterfestival nun völlig zu boykottieren und ins benachbarte Ausland auszuweichen, wo die GEMA den Veranstaltern den roten Teppich ausrollt, Fragebögen mit Vanillegeschmack und Gratis-Gutscheinen für iTunes, Amazon und wie das Linux-Pendant auch immer heissen mag, verteilt und ansonsten auch kein GEMA Angestellter mehr als 2 Mercedes als Dienstwagen beantragen darf.
Ha! Da wird ihnen die bleifreie Kugel auf der Zunge liegen bleiben, so. Jawohl.
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Kommentar von Tangonegro
Schöner Text Joachim. Aber leider versteh ich vor lauter Sarkasmus und Ironie nicht viel davon!
Sonntag, 8. Januar 2011
Nachmittagsmilonga im Pulverturm in Zug mit DJ Yves aus Basel. Das Schwarzpulver lagert hier zwar schon lange nicht mehr, aber direkt am Rande der Tanzfläche im zweiten Stock hängen Schwert und Degen griffbereit. Nur für den Notfall, versteht sich, falls etwa der DJ oder ein Rempler sich besonders unanständig verhalten sollte.
Zum Zustechen wäre es allerdings eh etwas düster, und mit zunehmenden konzertanten, Dudel- und Standardtangos ziehen auch einige Wolken am musikalischen Horizont auf. Dazu kommt der zweifelhafte Brüllwürfel, der die dünn instrumentierten modernen Orchester noch dünner klingen lässt. Das ist schade, weil die runden Wände eigentlich akustisch ganz brauchbar wären. Dafür exzellente Kuchenversorgung. Irgendwann gelingen sogar zwei Cabeceos auf etwa zwei Meter Entfernung. Für die Innerschweiz ist das viel.
Rätsel um Blutspuren in der Herrentoilette, philosophische Diskussionen um kreisrunde Tanzflächen und tiiief versenkbare Sitze. So ein Pulverturm ist mysteriös.
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Kommentar von Tüpflischiisser
Willkommen im Jahr 2012:-)
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Antwort von Patrick
Aaargh! Jetzt, wo ich mich ans 2011 gewöhnt habe. Vielleicht habe ich gehofft, den Maya-Weltuntergang noch ein wenig hinauszuzögern...
Freitag, 6. Januar 2011
Freiburg, Dreikönigsmilonga am frühen Abend im Aya. Trotz Feiertag scheint es hier keinen Dreikönigskuchen zu geben. Schlimm. Dafür ziemlichen Männermangel, und das wirkt irgendwie belebend auf die Cabeceos. Leider einige Zwangspausen wegen der Musik, definitiv anstrengender ist allerdings die miserable Soundqualität.
Dann wird eine Tanguera sogar noch todesmutig: Seit etwa eineinhalb Jahren "schuldet" sie mir eine Milonga, und heute lassen wir es endlich krachen. Kurz vor neun dann die Cumparsita im Dreivierteltakt(!). Noch weiter ins Corazon? Nein, ich bin zu müde (und eh glücklich), ausserdem ist das Spätangebot der Deutschen Bahn an Feiertagen arg eingeschränkt...
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