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Aktuelle Infos zur Freitagsmilonga.
Sonntag, 7. März 2010
Es gibt manche Frau, die im Sommer ungern zur Openair-Milonga am Petersplatz kommt, weil der harte Marmorboden dort nicht gerade die Füsse schont. Ein wenig habe ich den Unterschied hinterher auch schon gespürt, aber ich kam damit bislang ganz gut zurecht. Heute habe ich mich knapp drei Stunden lang in der Mitte beim Salsa ausgetobt, und nun spüre ich es in der Hüfte und vor allem in den Oberschenkeln kräftig. Ja, auch die Mitte hat (nebst der jämmerlichen Akustik) einen harten Steinboden. Da meine derzeitigen Salsaschlappen eh so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, muss ich mich wohl mal nach Turnschuhen mit gut gefederter Sohle umsehen und beim Schuhmacher im vorderen Teil Lammfellsohlen installieren lassen.
Samstag, 6. März 2010
Bei Anna und Luis zur Samstagsmilonga im Tanzpalast. Grosser Männerüberschuss und grosser Kuchentisch, aber es ist so verflucht schwer, mit einem Voleo die Kuchen zu treffen. Andere Treffer sind bei der grossen Tanzfläche noch schwerer, aber ich habe mitbekommen, dass ein paar dies durchaus hingekriegt haben. Ach ja, und mir wurde gesagt, dass der Stil, den ich tanze, eigentlich und ganz streng genommen nicht Milonguero sei. Natürlich sind Namen Schall und Rauch, aber ist es wirklich erst dann Milonguero, wenn man die Oberkörper mit Kraft aneinander drückt? Mir schien immer, das sei ein Klischee...
Freitag, 5. März 2010
Nicht, dass ich heute in der Milonga besonders viel Besucher erwartet hätte, aber es war dann mit effektiven zwei Besuchern doch arg übersichtlich. Oki, ich habs jetzt eingesehen, nicht die geringste Chance gegen Gare du Nord. Ab Mai werde ich wohl die wöchentliche Mirada auf zweimal pro Monat umstellen. Finde ich zwar schade, aber die Löcher in meinen Finanzen sind bei der derzeitigen Variante einfach zu tief.
Mittwoch, 3. März 2010
Endlich mal wieder Mittwochskurs. Wir gehen langsam, wir gehen rhythmisch, wir gehen beschleunigt, mal aussendurch, mal innendurch, slow, slow, quick, quick. Und kombinieren das mit Frauenvorwärtssacadas. Zusammen mit normalen Sacadas, so dass man perfekt auf der Stelle tritt. Dafür ist es schön fliessend.
Auch beim Partnerwechsel klappt es gut -- und die früher gelegentlich erlebten Fluchtreflexe von einigen Frauen scheinen überwunden, zumindest sehe ich keine taktischen Vor- oder Nachdränglerinnen. Dafür scheinen derzeit irgendwie alle Tanzpartnerinnen erkältet zu sein.
Am Ende geniesse ich zwei Tänze in der Frauenrolle, und stelle fest, dass ich da noch immer regelmässig meiner eigenen Musikinterpretation folge. Folgen ist schwer...
Sonntag, 28. Februar 2010
Claracita am Nachmittag im Clarahof: Volles Haus und viele schöne Tänze. Eine Frau, mit der ich bislang noch nie getanzt hatte, meinte, sie spüre es nicht richtig, wenn ich sie in das Kreuz führe. "Das kann sein, ich habe bislang noch kein Kreuz geführt" sagte ich lächelnd. Sie schien danach ziemlich verwirrt. Hm. Ich muss wohl mehr Kreuze führen. Ach ja, und passt ein pompöser Schostakowitsch wirklich zu einer feinen desde el alma?
Später noch in den Tanzpalast. Eigentlich wollte ich schon immer mal mit einem gezielten Voleo ein Tischchen abräumen, habe das aber nie geschafft. Und heute taste ich mich mit einer langbeinigen Tanzpartnerin sachte entlang der Tanzfläche, führe einen feinen Richtungswechsel, und *PLENGKLIRRDOING*, ein Glas mitsamt Inhalt ergiesst sich über das Knabberzeugs sowie über den Boden. Peinlich. Ich werde nie mehr über Rempeltänzer lästern. Zumindest in der nächsten Woche nicht.
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Kommentar von Cassiel
Zu dem Boleo: Ein wenig Schwund gibt es immer. Solange es nur Scherben sind ist es kein Problem. Perforiert der CIF-Stöckel den Oberschenkel eines anderen Tangueros sollte man über seine Führung nachdenken. ;-)
Freitag, 26. Februar 2010
Freitagsmilonga. Übersichtliche Besucheranzahl, aber eine fröhliche Truppe. Dank leichtem Damenüberschuss kam ich zu derart vielen Tänzen, dass ich Mühe hatte, meine Tandas im Blick zu behalten. Manchmal frag ich mich, wie Tango DJs aufgelegt haben, als es lediglich Schallplatten und Bänder gab.
Dann versuchte ich mal wieder einige Figuren aus dem Canyengue-Kurs, um festzustellen, dass mich die Tanzpartnerin mit Wetterhäuschen-Theorien zu verwirren versuchte. Wetterhäuschen? Ja, Körper- und Blickrichtung gegenläufig ist beim Tango üblich, aber manchmal geht man auch gemeinsam in dieselbe Richtung, und das ist dann eine Wetterhäuschen-Haltung. Oder umgekehrt? Ach, egal, ich hab hier weder Kuckucksuhren noch Wetterhäuschen, und die Figuren mit Regenschirm und Sonnenmütze waren ja offensichtlich eh nie Tangotänzer. Aber sollte ich jemals Tango unterrichten, dann werde ich meine Schüler absichtlich mit der Wetterhäuschen-Theorie verwirren.
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